ABGESAGT Die Figur der Erde. Genealogie und Kritik des „geological turn“

Freie Universität Berlin

Organisatorisches

Kurstyp
HS
Semester
SoSe 2020
Standort
Habel 45, KL 29/135
SWS
2
Start
Rhythmus
wöchentlich
Tag
Di
Zeit
16-18
E-Mail
susanne.lettow@fu-berlin.de

Details

Im Kontext der Debatten um das Konzept des Anthropozän, dem zufolge die Menschheit zu einer geologischen Macht geworden ist, kommt es in jüngster Zeit zu einer Art ”geological turn”. Autor*innen wie Bruno Latour, Isabelle Stengers und Donna Hararway rekurrieren in ihren Schriften auf die Figur der Erde, die mit dem mythischen Namen ‘Gaia‘ belegt oder mit anderen chthonischen Gottheiten in Verbindung gebracht wird. Andere Autor*innen führen neue Begriffe wie etwa ”geo-power” ein. Zentrale Bezugspunkte sind dabei die Gaia-Theorie von James Lovelock und Lynn Margulis sowie die Philosophie von Gilles Deleuze und Félix Guattari. Im Seminar sollen aktuelle Positionen sowie theorie- und philosophiehistorische Bezüge des ”geological turn” kritisch rekonstruiert und diskutiert werden. Besonderes Gewicht liegt dabei auf der Frage nach impliziten oder expliziten Strukturierungen und Hierarchisierungen des planetarischen Raums ”Erde” sowie auf der kritischen Auseinandersetzung mit Konstruktionen von Feminität.

Literature

Zur Vorbereitung: Bruce Clarke (2017): ”Rethinking Gaia: Stengers, Latour, Margulis”. In: Theory, Culture, Society 34 (4), 3-26.