Epistemologien der Wissenschaften: Vom Fortschritt in die Katastrophe zwischen den Kriegen

Technische Universität Berlin

Organisatorisches

Kurstyp
SE
Semester
WiSe 2022/23
Standort
H 2051
SWS
2
Start
Tag
Block
Anmeldung
Vorbesprechung: Fr., 21.10.2022; 10-12 Uhr
E-Mail
kkrause@mpiwg-berlin.mpg.de

Details

So rasant wie selten zuvor entwickelten sich Wissenschaft und Technik in den ersten drei Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts. Gleichzeitig haben der Erste Weltkrieg und die tödliche Influenza-Pandemie von 1918/19 zu einer weltweiten Entmutigung und Ernüchterung geführt. Die Jahre zwischen den zwei Weltkriegen waren, so gesehen, von einer unheimlichen Mischung aus Verzweiflung und Hoffnung, Fortschritt und Niedergang geprägt. Es war aber auch die Zeit einer nie zuvor dagewesenen Reflexion auf all diese Entwicklungen. Unter anderem brachte die Philosophie Strömungen hervor, die bis heute unser Denken über Wissenschaft und Technik in seinen Grundfesten prägen. Der logische Positivismus, der Existentialismus und die Phänomenologie sind nur prominente Beispiele damaliger Entwicklungen, die die Grundfeste der Wissenschaftsgeschichte als Disziplin prägten und die erst mit dem sogenannten practical turn durch ein anderes geisteswissenschaftliches Instrumentarium ergänzt wurden. In unserem Seminar wollen wir ergründen, was die Besonderheiten der damaligen philosophischen Epistemologien der Wissenschaften ausmachte. Wir wollen verstehen lernen, wie die Philosophie zur Grundlegung des wissenschaftlichen Denkens und Handelns benutzt wurde, und wie sie heutzutage erneut in einem methodischen Pluralismus in der Geschichte der Wissenschaften ihre Stimme finden kann.

Literature

Wolfram Eilenberger, Zeit der Zauberer. Das große Jahrzehnt der Philosophie, 1919–1929, Klett-Cotta, eine der fünf Auflagen.