Eine Mediengeschichte und -theorie der Digital Humanities

Humboldt-Universität zu Berlin

Organisatorisches

Kurstyp
SE
Semester
SoSe 2022
Standort
Digital
SWS
2
Start
Rhythmus
wöchentlich
Tag
Do
Zeit
10-12
E-Mail
stefan.hoeltgen@hu-berlin.de

Details

Der Einsatz digitaler Methoden, Verfahren und Werkzeuge in den Geistes-, Kultur- und Sozialwissenschaften erfährt seit den 1980er Jahre stetigen Zuspruch und führt nicht nur völlig neuartige Forschungsfragen in „klassische“ Disziplinen ein, sondern scheint auch dazu geeignet zu sein, die „zwei Kulturen“ der Geistes- und MINT-Wissenschaften miteinander in den Dialog zu bringen und die Strukturen der klassischen Universität zu transzendieren. Die Emergenz der „Digital Humanities“ bildet allerdings einen forschungspraktischen und -politischen Sublimationspunkt, der bei aller Aufbruchseuphorie sowohl die technologischen und medienhistorischen Grundlagen und Vorgänge(r) aus dem Blick rücken lässt. Wir wollen uns im Seminar zunächst um eine Definition von „Digital Humanities“ bemühen, die aus der theoretischen Debatte kondensiert wird. Sodann rufen wir unterschiedliche historische Diskurse auf, die sowohl von technischer als auch epistemologischer Seite als Vorläufer betrachtet werden können. Schließlich versuchen wir eine medienwissenschaftliche Kritik zu erörtern, die von der Epistemologie des Werkzeugs ausgehend, die Frage stellt, inwieweit sich „das Digitale“ in die Hypothesenbildung, Forschungspraxis und Wissensproliferation einschreibt. Hierzu werden ausgewählte konkrete Beispiele von DH-Projekten herangezogen.