Domestic Ecology. Zur Umwelt- und Technikgeschichte des Wohnens in der Moderne

Technische Universität Berlin

Organisatorisches

Kurstyp
SE
Semester
SoSe 2022
Standort
H 2051
SWS
2
Start
Rhythmus
wöchentlich
Tag
Mo
Zeit
10-12
E-Mail
fabian.zimmer@tu-berlin.de

Details

Ob Kochen, Waschen, Heizen oder Putzen – all diese Alltagstätigkeiten werden zwar im Haushalt verrichtet, doch sind sie heute mehr denn je auf umfangreiche technische Systeme angewiesen, die den Zu- und Abfluss von Energie und Stoffen gewährleisten und die Haushalte mit teils weit entfernten Orten verbinden – mit landwirtschaftlichen Produktionsflächen, Kraftwerken, Frischwasserreservoirs, Kläranlagen usw. Gleichzeitig ist die Wohnung selbst ein Ort, der nicht nur von Menschen bewohnt ist, sondern auch Haustieren, Zimmerpflanzen, Spinnen oder Schaben eine Unterkunft bietet, und der mit vielfältigen Materialien eingerichtet ist und instand gehalten wird, die auf teils unerfreuliche Weise auf die Bewohner:innen wirken – man denke an die krebserregende Wirkung von Asbest. In diesem umfassenden Sinne wollen wir in unserem Seminar die Wohnung als ein Ökosystem betrachten. Anhand von umwelt-, technik-, konsum- und genderhistorischen (teils englischsprachigen) Texten zu ausgewählten Fallbeispielen erkunden wir in der gemeinsamen Diskussion, wie sich die materielle Kultur des Wohnens im Zuge der Entstehung der modernen Industrie- und Konsumgesellschaft wandelte und wie dieser Wandel im alltäglichen Lebensraum des Menschen verschränkt war mit Veränderungen von Techniknutzung, von geschlechtsspezifischer Arbeitsteilung und gesellschaftlichen Naturverhältnissen.

Literature

Cowan, Ruth S.: More Work for Mother. The Ironies of Household Technology from the Open Hearth to the Microwave, New York 1983. / Ore, Janet: Mobile Home Syndrome. Engineered Woods and the Making of a New Domestic Ecology in the Post-World War II Era, in: Technology and Culture 52 (2011), S. 260-286.