Computerarchäologie – Möglichkeiten einer operative Geschichte des Computing

Humboldt-Universität zu Berlin

Organisatorisches

Kurstyp
VL
Semester
SoSe 2022
Standort
Digital
SWS
2
Start
Rhythmus
wöchentlich
Tag
Do
Zeit
14-16
E-Mail
stefan.hoeltgen@hu-berlin.de

Details

Betrachtet man Computer nicht bloß als Hardware-Objekte oder als fachspezifische Diskursmedien der Wirtschafts-, Ingenieursoder Technikgeschichte, sondern als operative Systeme zum Verarbeiten, Speichern und Übertragen von Informationen, so sperrt sich diese Technologie auf eigentümliche Weise ihrer Historisierung. Ein Computer, der erst als eingeschaltetes Gerät „komputiert“, tut dies im Hier und Jetzt und auf Basis von Zeitenregimes, die menschlichen Zeitmaßstäben und damit eben auch Versuchen der Historisierung radikal zuwiderlaufen. Wie aber ließe sich Computergeschichte unter einer solche Perspektive fassen? Die Vorlesung wird nach einem einführenden Überblick über die bisher geleistete Computergeschichtsschreibung und ihre kritische Reflexion die historischen Epochen des Computings (verstanden als das Tun der Computer) am operativen Objekt vorführen und dabei jene Anachronismen, Atavismen und Residuen als Historeme herausstellen, die sich mit diskursiven Mitteln nur schwer erfassen lassen. Anstelle dessen wird über den Verlauf der Vorlesung ein Konzept für eine archäologisch-archäographische Darstellung von Computern und ihren Prozessen entwickelt, die als Konzept für eine operative Musealisierung von Hardware, Software, Programmiersprachen und Daten einsetzbar wäre.