Britischer Empirismus

Humboldt-Universität zu Berlin

Organisatorisches

Kurstyp
PS
Semester
WiSe 2020/21
Standort
Online
SWS
2
Rhythmus
wöchentlich
Tag
Do
Zeit
16-18
E-Mail
ramona.manuela.winter@hu-berlin.de

Details

Ich blicke auf meinen Schreibtisch und glaube, dass da ein rotes Buch liegt. „Ich sehe es ja ganz klar, das rote Buch“, denk ich vielleicht sogar. Doch kann ich mir sicher sein? Existiert dieses rote Buch denn wirk-lich, von dem ich glaube, es ganz klar zu sehen? Und viel genereller: Wie gewinnen wir Wissen überhaupt? Und wie kommen wir zu Begriffen, anhand derer wir über die Welt nachdenken? In diesem Proseminar gucken wir uns eine spezifische Antwort auf diese Frage an, nämlich folgende: Die einzige Quelle für unser Wissen (in einem bestimmten Gebiet) ist unsere Sinneserfahrung. Das ist die Antwort des Empirismus. Unser Wissen, sollten wir überhaupt welches haben, ist demnach Wissen a posteriori. Im Gegensatz dazu zeichnet eine Rationalistin aus, dass sie glaubt, dass manches Wissen intuitiv oder angeboren ist. Die Labels „Empirismus“ und „Rationalismus“ werden typischerweise verwendet, um Philosoph*innen der frühen Neuzeit zu klassifizieren. Wir gucken uns im Seminar die drei Hauptfiguren des britischen Empirismus an: John Locke, George Berkeley und David Hume. Wir besprechen die Ansichten dieser Autoren zu Themen wie Kausalität, Objekte in der Außenwelt, personaler Identität etc. Zudem diskutieren wir die Unterscheidung zwischen Empirismus und Rationalismus und schauen uns an, ob sie sich tatsächlich gegenseitig ausschließen und ob eine solche Unterscheidung überhaupt sinnvoll ist. Wir lesen aus den Hauptwerken der drei Autoren sowie aus der zeitgenössischen Sekundärliteratur. Teilnahmevoraussetzung für das Seminar ist die Bereitschaft, philosophische Texte auf Englisch zu lesen.